Lifehacks #1 – Post und Paket

In der Kategorie „Lifehacks“ geht es um kleine Tools und Fertigkeiten, die euren Alltag leichter machen sollen
 

Heute widme ich einem ganzen Post dem Thema Briefverkehr. Mir geht es dabei darum, euch zunächst einen kleinen Überblick über das System zu geben und anschließend euren Sendungsalltag zu erleichtern.

Standard Post

Das kennen die meisten von euch. Einfach die Standardform des Briefeversendens. Ich will hier nicht allzu sehr darauf rumreiten, nur kurz ein wenig Grundwissen streuen, damit ihr die nachfolgend vorgestellten Lösungen einfacher mit dem bisherigen Prozedere vergleichen könnte.

Frankatur

In der Frankatur wird festgelegt, wer die Transportkosten des Briefes / pakets bezahlt.

Bevor es Briefmarken gab, musste die Zustellung einer Sendung immer vom Empfänger bezahlt werden. das ist natürlich nicht die feine Englische, schließlich bekommt ihr auch viel Post, die ihr anschließend wegwerft, weil ihr sie nicht wollt, oder? Dafür dann auch noch zu bezahlen ist irgendwie unfair. Die einzige Ausnahme war, dass der Beförderer im Vornherein die Sendungskosten übernommen und somit den Brief für den Empfänger „frei“ gemacht hatte.

Frei Haus bedeutet also, der Absender zahlt die Sendungskosten, Unfrei bedeutet, der Empfänger zahlt die Sendungskosten. Will der Empfänger, dass die Sendung nicht an seine Hausanschrift, sondern an eine andere Stelle hin versandt wird, spricht man von „(un)frei Verwendungssstelle“

Das Bekleben eines Briefes mit ausreichenden Briefmarken bedeutet also im Endeffekt nichts Anderes, als den Brief für den Empfänger „frei“ zu machen.

Das Briefgeheimnis

Das Briefgeheimnis ist bei uns in Deutschland Gott sei Dank ein in der Verfassung verankertes Grundrecht durch Artikel 10 GG.

Es ist etwas anderes als das „Postgeheimnis“.

Briefe im Inland werden ausschließlich bei einer Beschlagnahmung durch einen Richter geöffnet. Bei Sendungen aus dem Ausland darf der Zoll im Rahmen seiner Arbeit öffnen.

Das Postgeheimnis

Das Postgeheimnis ist ebenfalls im Artikel 10 GG festgelegt, unterscheidet sich aber vom Briefgeheimnis. Der Unterschied ist:

  • Das Briefgeheimnis schützt alle schriftlichen Meldungen zwischen Absender und Empfänger zu jedem Zeitpunkt.
  • Das Postgeheimnis umfasst zwar mehr, nämlich alle von der Post versandten Sendung, dafür „nur“ vom Zeitpunkt der Aufgabe der Sendung bis zur Auslieferung.

Packstation

Jetzt kommen wir zum ersten von zwei Kernthemen meines Posts, der erste Teil war eigentlich nur nice to know. Als erstes befassen wir uns mit der Möglichkeit, unsere Postsendung überall in Deutschland an eine Packstation senden zu lassen, von der wir das Paket dann holen können. Das ist für mich ein sinnvoller Life Hack, der einem das Leben in organisatorisch schwierigen Verhältnissen leichter macht, beispielsweise wenn ihr gerade arbeitsbedingt quer durch ganz D-Land reist und euch von Hotel zu Hotel schleppt.

Die Packstation ist ein Service von DHL und somit von der Deutschen Post als übergeordnetes Unternehmen. Das heißt somit aber auch, dass diesen Service kein anderer Kurier nutzen kann, wie etwa Hermes. Dennoch will ich den Dienst vorstellen, falls einige ihn noch nicht kennen bzw. ihn bisher nicht wahr genommen haben.

Ihr meldet euch online bei DHL an und beantragt einen Zugang zum Packstations-Portal.

Ihr bekommt dann wenig später ein Paket mit einer brieftaschengerechten Karte und einem PIN-Brief (ähnlich beim Handyvertrag). Später gebt ihr eurem Kumpel oder dem Online Shop eures Vertrauens die Adresse der euch nächstgelegenen Packstation. An der Packstation selbst könnt ihr dann mit Hilfe der Karte und eurem PIN das Paket abholen.

http://blog.rohweder.org/2011/07/20/amazon-hermes-und-die-packstation/

De-Mail und E-Postbrief

Bisher werden vertrauenswürdige nachrichten, wie etwa Verträge oder staatliche Amtsbescheide, noch per Briefpost verschickt. Das war auch bisher gut so, hat sich dieser weg ja bewährt, ist einigermaßen günstig und dank des Briefgeheimnisses auch so vertrauenswürdig wie möglich.

Man macht sich aber Gedanken, ob man im digitalen Zeitalter nicht dazu übergehen sollte, auch solche Nachrichten online zu versenden. Zumindest bei weniger brisanten Nachrichten wie Eingangsbestätigungen / Angeboten / gewöhnliche Korrespondenz / Rechnungen usw. werden ja bereits online verschickt, und dabei haben sich einige Vorteile heraus kristallisiert:

  • Die Nachrichten sind schneller verschickt
  • die Nachrichten lassen sich sowohl auf Empfänger- als auch auf Absenderseite einfach katalogisieren und aufbewahren
  • Man spart kosten (Porto, Druck- und Papierkosten)
  • Die Nachrichten können nicht auf mysteriöse Weise verschwinden
Aber es gibt halt auch Probleme bei der digitalen Übersendung von Daten
  • Phishing
  • Jemand kann sich in den Mailaccount des Empfängers hacken und daher seine E-Mails und somit auch die darin erwähnten Daten ausspähen
  • Es gibt keine rechtsgültige Empfangsbestätigung, die den Empfang einer nachricht rechtskräftig bestätigt (wie etwa der Rückschein bei der Post)
  • Die Nachrichten können verloren gehen, sogar bevor der Nutzer sie lesen kann, beispielsweise bei Datenverlust durch Hardwareausfall (Festplatte etc.)
  • Eine rechtskräftige Unterschrift ist per E-Mail nicht gegeben – es lässt sich nicht sicherstellen, dass auch wirklich der Vertragspartner gerade den Vertrag unterzeichnet hat oder nicht, der Vertrag wäre anfechtbar und somit nichtig

Wir sehen also, die bisherige Variante der E-Mail ist für wirklich wichtige Nachrichten noch nicht geeignet. Deswegen befinden sich zurzeit Verfahren in der entwicklung, um die Vorteile der E-Mail nutzen zu können, ohne dabei deren Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Zwei Verfahren sind zurzeit in der Diskussion und beide sind sehr umstritten, das eine nennt sich De-Mail, das andere E-Postbrief. Das Kernelement ist dabei, dass sowohl Absender als auch Empfägner eindeutig identifizierbar sind – Anonymität ist also bei dieser ARt von elektronischem Postverkehr nicht gegeben – und das ist ja auch der sinn dabei. Damit das gewährleistet werden kann, durchläuft man bei beiden Diensten während der Anmeldung ein mehrstufiges Überprüfungsverfahren. Wir wollen beide mal unter die Lupe nehmen.

De-Mail vs. E-Postbrief

De-Mail ist die Variante, die derzeit von der Bundesregierung bevorzugt wird. Einige anbieter wie GMX, Web und die deutsche Telekom unterstützen bereits De-Mail. Bei E-Post spielen beispielsweise Allianz, der ADAC, SAP, einige Versicherungen, die DekaBank, Mercedes Benz Motorsport und der DFB mit. Auch den Lottoschein soll man mittels E-Postbrief abgeben können. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zum Epostbrief ist, dass der Versand einer De-Mail wesentlich günstiger sein soll als der Versand eines E-Postbriefs. Denn der E-Postbrief ist beinahe genau so teuer wie das Versenden eines richtigen Briefes – irgendwie muss man da die Post verstehen, schließlich wollen sie ja ihren Hauptgeschäftszweig nicht ohrfeigen. ob das allerdings die richtige Marketingstrategie ist? Ich glaube ja eher nicht. Der Empfang von elektronischer Post kostet bei beiden Portalen nichts.

Beim E-Postbrief gibt es auch den Haken, dass er noch nicht offiziell zertifiziert ist. Während also bei De-Mail bereits sicher ist, dass diese Lösung den Segen des Innenministeriums erhält, ist der E-Postbrief derzeit noch nicht dazu in der Lage, beispielsweise mit Behördenbriefen umzugehen. Eingeplant ist die Zertifizierung aber seitens der Post.

Bei beiden Varianten wird Nachricht inkl. der Anhänge verschlüsselt.

Pflichten

Die neue elektronische Post, egal ob De-Mail oder EPostbrief, sind leider auch mit Pflichten verbunden. Denn wer sich bei der Behörde mit seiner De-Mail ausweist, kann künftig alle Bescheide von Behörden (wie etwa dem Finanzamt) per elektronischer Post bekommen. Damit einher geht dann auch die Pflicht, diese Nachrichten abzurufen und auf sie zu reagieren. Tut man dies nicht, muss man die selben rechtlichen Konsequenzen tragen wie beim Ignorieren eines bisherigen Schreibens. Der Bürger ist also verpflichtet, sicherzustellen, dass er EPostbrief / De-Mail empfangen kann. Dazu zählt sowohl Hardware als auch Internetanbindung.

http://www.teltarif.de/internetbrief-e-postbrief-de-mail-kosten-registrierung/news/39447.html

http://netzpolitik.org/2010/e-post-vs-de-mail-es-lebe-das-chaos/

http://www.golem.de/1007/76440.html

http://www.medien-gerecht.de/2010/07/29/epostbrief-und-de-mail-zum-scheitern-verurteilt/comment-page-1/

Alternative: Der neue Personalausweis

Vielen ist vielleicht bereits beim Lesen der Gedanke gekommen: Moment mal: De-Mail und E-Postbrief sollen beide eine elektronisch eindeutig zuweisbare Signatur zum Zustellen vertrauter Nachrichten und zum Abwickeln von Vertragswerken liefern – aber eine elektronische eindeutige Signatur kann man doch mit dem neuen Personalausweis sicherstellen? Da habt ihr auch gar nicht mal so Unrecht und das ist auch einer der vielen Gründe, warum sowohl De-Mail als auch E-Postbrief so derart stark kritisiert sind, weil zurecht daran gezweifelt wird, dass sie sich gegenüber dem neuen Perso durchsetzen.

Mit der digitalen Signatur des neuen Personalausweises können auch Dokumente „digital unterschrieben“ werden. Dazu führt man den Perso in ein Terminal ein, welches an den PC des Heimanwenders angeschlossen ist und eine PIN-Eingabe erfordert. Dieses funktioniert mit einer geeigneten Software, der bund liefert dazu beispielsweise die sogenannten „AusweisApp“. Daten werden dann über das Web an den Vertragspartner übermittelt und man bestätigt somit seine Identität. Dazu gehört ein Signaturzertifikat, welches man erwerben und dann auf den neuen Perso nachladen muss. Diese signaturzertifikate werden nicht von der ausweisausstellenden Behörde ausgestellt, sondern von zertifizierten externen Dienstleistern, die nach dem Signaturgesetz (SigG) zugelassen sind. Leider ist die lösung bisher noch nicht so ganz sicher. Vor allem der Chaos Computer Club (CCC) ist ganz vorne an der Front der Kritiker dabei.

http://events.ccc.de/congress/2010/Fahrplan/attachments/1720_27C3_Morgner_Oepen.pdf

http://www.personalausweisportal.de/DE/Die_neuen_Funktionen/Unterschriftsfunktion/unterschriftsfunktion_node.html

Fazit

ihr seht also, alle drei Möglichkeiten bieten das potential zu einem sinnvollen Life-Hack, der euren Alltag künftig erleichtern kann. Aber es gibt bei allen drei Varianten noch Probleme. Ihr solltet euch diesbezüglich einfach selber noch weiter informieren und am Ball bleiben.

die Packstation der DHL ist schon jetzt eine sinnvolle Lösung, die mir schon oft das Leben gerettet hat, wenn man mal etwas zu Hause vergessen hat oder ein Kumpel einem etwas schicken will, aber keine Wohnungsanschrift hat :). Leider gibt es die Lösung nicht für andere Kuriere wie etwa Hermes. Eine Weiterentwicklung in dieser Richtung wäre wünschenswert.

So long

Freak Out!

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Über dafrk

IT Consultant in den Bereichen SAP, SAP HANA, Internet of Things, Digital Transformation und IT Security
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