Motivation #5 – Wie man zum Problemlöser wird

In der Kategorie Motivation will ich nichts anderes, als euch zu motivieren
 

Und schon wieder ein Post in der Kategorie. Keine Sorge, es wird irgendwann abflauen und andere Kategorien werden wieder vermehrt zum Zug kommen, aber im Moment habe ich einfach nur viele Ideen in dem Bereich.

In diesem Post geht es also darum, eine

Problemlöser-Mentalität

zu entwickeln.

Erging es euch bisher in eurem Leben so, dass Probleme aufgetaucht sind, und ihr diesen Problemen gegenüber ratlos ausgeliefert wart? Wart ihr immer auf jemand anderen angewiesen, der auch aus dieser Situation wieder rausboxt? Werdet ihr allgemein selten gefragt, wenn es um das Lösen irgendwelcher Probleme geht?

Dann habt ihr mit dem Lösen komplexer Probleme noch nicht allzu viel Erfahrung. Das ist erstmal nichts schlimmes, denn diese Fähigkeit geht aufgrund unseres modernen Lebensstils, bei dem uns diese „lästige“ Tätigkeit zunehmend abgenommen wird, mehr und mehr verloren. Früher, wo die Leute noch nicht so viel Technik und so viele verschiedene Marktwirtschaftliche Lösungen zur Verfügung hatten, war die Nation voller Bastler, Analytiker und Denker. Heutzutage werden Probleme anders angegangen.

Du bist übergewichtig? Schluck Tabletten und lass dir den Magen verkleinern

Du hast Hunger? Bestell dir was beim Italiener oder fahr ins nächste Fast-Food-Restaurant

Du hast keine Arbeit? Verdiene Geld im Internet! 400 € an einem Tag!

Du kapierst den Schulstoff nicht? Nimm Nachhilfe!

Was euch jetzt aber auffallen sollte, ist, dass diese Lösungen zwar die einfachsten, aber nebenwirkungsreichsten sind – und in ihrer Effektivität zurückhängen. Oder, dass ihr nicht auf sie zurückgreifen müsst, wenn ihr im Vorfeld richtig gehandelt hättet. Natürlich ist es gut, dass es Technik gibt, und natürlich ist es super, dass es Unternehmen und Versicherungen gibt, die uns helfen, wenn wir mit dem Auto irgendwo hängen geblieben sind, wenn wir einen Wasserrohrbruch haben, wenn die Waschmaschine streikt und dergleichen.

Aber, und das ist der negative Aspekt daran: Menschen befassen sich nicht mehr mit der Lösung von Problemen, die sie irgendwie auslagern können. Das hat aber Konsequenzen – denn Probleme immer von Anderen lösen zu lassen

  • Wird auf Dauer teuer
  • ist vielleicht unzufriedenstellend, weil die Leute es nicht ganz so machen, wie ihr es euch vorstellt
  • sie können euch sonstwas erzählen, ihr müsst es so akzeptieren, weil ihr keine Ahnung habt
  • es kostet euch Zeit

Versteht mich nicht falsch. Es gibt Arbeiten, die sollte der Fachmann erledigen, aus Qualitäts- und aus Sicherheitsgründen. Mir geht es hier darum, dass ihr euer Gespür für das Lösen von Problemen schulen sollt. Denn so habt ihr diverse Vorteile:

  • ihr könnt später dem Fachmann genauer sagen, was ihr euch vorstellt (Beispiel Hausbau – viele Bauherren gestehen sich nach dem Hausbau ein, dass sie in der Planung ihres Eigenheims fehler gemacht hätten – mit etwas mehr theoretischem Wissen über die Materie wäre das vielleicht nicht passiert)
  • ihr könnt abwägen, ob es noch Alternativen gäbe, die qualitativ hochwertiger, billiger oder zeitsparender sind
  • Ihr könnt euch auch mal selber helfen, wenn niemand da ist, der euch hilft
  • ihr geht im Alltag allgemein selbstsicherer an Probleme heran, dadurch
  • steigert sich eure Kompetenz in allen Bereichen des Lebens
  • dadurch erhöht sich euer Selbstbewusstsein und
  • ihr hört auf, ein Muttersöhnchen zu sein
  • Ihr hört damit auf, mit den einfachsten Alltagsgeschäften überfordert zu sein
  • Ihr habt dadurch mehr Kraft für andere Dinge und strotzt vor Energie
  • Ihr habt Erfolgserlebnisse, wenn ihr selbst auf eine Lösung gekommen seid

Wie stellen wir das jetzt an?

Sich Probleme bewusst machen

Im Leben gibt es viele Probleme, nur ist man sich ihrer erst bewusst, wenn es schon brenzlich wird – also kurz vor knapp, oder wenn wir das Problem wirklich haben. Als erstes müssen wir uns bewusst machen, was so die typischen Probleme sind, die auf den modernen Menschen von heute zu kommen können.

  • Schule / Ausbildung
  • Beruf / Karriere
  • Beziehung
  • Kaufentscheidungen
  • Finanzen / Versicherung
  • Technik (Auto, Heizung, Strom, Hausbau, Heimwerken, Multimedia, Schneefräse, Kaffeemaschine usw.)
  • Gesundheit
  • Rechtsstreitigkeiten

Ich denke, damit habe ich es ziemlich gut getroffen. Das sind die typischen Probleme des modernen Homo Sapiens. Oder einfach ausgedrückt anhand von Beispielen:

  • Ich kapier Mathe nicht
  • Wie soll ich mich nur weiterbilden?
  • Stress mit der Freundin was nun?
  • Diesel oder Benziner? 
  • Bausparer Ja/Nein? Welche Versicherungen brauche ich? Welche Kosten muss ich einplanen, wenn ich ein Unternehmen gründen will? Steuerrecht / Ärger mit dem Finanzamt? Altersvorsorge?
  • Mein Auto springt nicht an was soll ich tun?
  • Probleme beim Wasserlassen, hätte ich vielleicht doch ein Kondom nehmen sollen?
  • Darf mein Arbeitgeber so mit mir umspringen?

All diese Probleme laufen darauf hinaus:

– Wer vorbereitet ist, hat weniger Ärger

– Wer vorbereitet ist, muss sich weniger gefallen lassen

– Wer vorbereitet ist, der erledigt seine Probleme zufriedenstellender, qualitativ hochwertiger, kostengünstiger und mit einer längeren Haltbarkeit, bis das Problem evtl. erneut auftritt

– Wer vorbereitet ist, hat mehr Zeit, mehr Geld und mehr Nerven für andere Dinge

Prophylaxe

Prophylaxe ist besser als Behandlung. Das kann euch jeder Arzt bestätigen – jeder Zahnarzt erinnert euch sogar regelmäßig daran („lieber putzen anstatt bohren“). Hier geht es darum, es bis zu bestimmten Problemen gar nicht erst kommen zu lassen. Das erreicht man, indem man sich vorab ausreichend informiert und vorab die richtigen Fragen stellt.

Desweiteren sollte man sich Sicherheiten schaffen. Das ist der Grund, warum Menschen ein Backup von ihren Daten machen, warum Menschen Versicherungen abschließen usw. Natürlich kann man es auch übertreiben. Ihr solltet euch immer fragen – brauche ich das, wenn etwas passiert, schränkt es mich zu sehr ein, wenn ich diese Sicherheit in Anspruch nehme, und brauche ich die Sicherheit wirklich schon jetzt?

Man sollte sich einfach Gedanken darüber machen, was sinnvoll wäre, und man sollte isch bewusst sein, was man macht, wenn ein bestimmtes Problem kommt. Viele Menschen gehen mit der Mentalität durchs Leben, dass sie einfach hoffen, dass nichts passiert. Sie machen sich keine Gedanken darüber, was passiert, wenn Pannen passieren. Wenn es dann so weit ist, stehen sie da „wie der Ochs vorm Berg“, weil sie nicht vorbereitet sind. Das fängt bei den einfachsten Sachen an. Als Sportler erlebt man das sehr oft, wenn man auf einer Klettertour oder ähnliches ist und bestimmte Leute haben weder Verpflegung, noch medizinische Utensilien (Pflaster, Pinsette, Spray, Salbe etc.), noch etwas zum Reparieren oder Pflegen ihrer Ausrüstung (beispiel Flickzeug biem Fahrrad oder zumindest einen Reserveschlauch) dabei. Aber des gehört eigentlich schon nicht mehr zur Prophylaxe, das gehört mehr schon in die Kategorie, was man macht, wenn ein Problem auftaucht. Aber Hauptsache der Geldbeutel ist voll mit Geld, weil man sich halt sagt: wenn was ist, bezahle ich jemanden dafür, dass er es behebt. Dieses Konzept funktioniert aber in 2000 m über NN nicht mehr. Da hilft dann nur noch Abstieg oder, wenn nicht mal das mehr geht

Hub – Hub – Hubschraubereinsatz

Vorbereitung auf Probleme

hier beugt man Problemen nicht mehr vor, man sorgt dafür, dass man etwas tun kann, wenn etwas passiert. Das ist nicht der Grund, weshalb Menschen Versicherungen abschließen, denn man schließt Versicherungen zwar ab, aber man hofft zum einen, dass die Versicherung niemals einspringen muss und zum anderen behebt die Versicherung das Problem nicht mehr, sie sorgt nur dafür, dass der Schaden aus dem Problem nicht so hoch ausfällt. Deswegen kaufen sich Menschen Werkzeug, deswegen stehen Feuerlöscher in öffentlichen Gebäuden, deswegen gibt es Fluchtwege, deswegen sind in einem Kraftfahrzeug Reserverad, Warndreieck und Verbandkasten.

Und genau so sollte man eben an Probleme heran gehen: was mache ich, wenn etwas passiert. Ich stelle euch jetzt mal ein paar ziemlich einfache Fragen, und ihr sagt jetzt für euch selbst innerhalb weniger Sekunden ohne nachzudenken, was ihr macht und ob ihr es innerhalb kürzester Zeit machen könntet (ohne das Problem wochenlang hinauszuschieben oder ähnliches), wenn folgendes passiert:

  • Eine Wasserrohrleitung leckt
  • In eurer Küche brennt es
  • Euer Fahrrad hat einen Platten
  • Euer Dach droht einzustürzen, weil sehr viel Schnee darauf liegt
  • Feuchte dringt langsam, aber stetig in euren Keller ein
  • Euer Auto bleibt auf der autobahn stehen – nichts geht mehr
  • Malware euern PC befällt
richtig ist, wenn ihr jetzt ganz schnell Lösungen parat hattet oder sie euch zumindest eingefallen sind, die es euch ermöglichen, sofort zu handeln. Das müssen nicht immer handwerkliche Fähigkeiten sein oder technisches Gerät, es reicht in diesem Fall meist wirklich, wenn ihr wisst, wenn ihr rufen müsst, wenn es so weit ist. Ihr solltet aber zusätzlich beriets vorarbeit leisten könne: Ihr blutet, habt ihr eine Haushaltsapotheke mit Verbänden? es brennt, habt ihr einen Feuerlöscher im Haus? Euer Fahrrad hat einen Platten – habt ihr immer was zum flicken oder einen Reserverschlacuh mit Werkzeug dabei? Was macht ihr wenn es dunkel ist – habt ihr dann auch an die Taschenlampe gedacht? Habt ihr eine Schneeschippe und eine Leiter griffbereit, wenn ihr euer Dach abschaufeln müsst? Habt ihr schnell die Nummer vom Notdienst da, wenn eine Wasserrohrleitung leckt, oder müsst ihr erst das Telefonbuch suchen in der Zeit, wo ihr eigentlich schon telefonieren, die Sicherung rausnehmen und eure Sachen retten solltet? Und wenn ihr Feuerwehr und ähnliches ruft: Könnt ihr sciherstellen, dass ihr ohne Strom immer telefonieren könnt, oder müsst ihr zum Nachbarn rüber, wenn zufällig euer Handyakku leer ist? Nicht jeder kommt darauf und hat sowas parat, andere müssten sogar sagen: Also da könnte ich jetzt spontan gar nichts dagegen machen. Nachträglich Hilfe zu holen ist nur meist entweder teuer oder zu spät.

Ich will hier keine Paranoia oder irgendwas schüren – das was ich hier aufzähle ist einfach nur gesunder Menschenverstand, nichts weiter. Das hat nichts mit übermäßiger Angst vor schlechten Zufällen im Leben zu tun, im Gegenteil, ich sehe das als „ich-trete-der-Welt-in-den-Arsch-wenn-sie-mir-ans-Bein-pisst“ an. Wir sind eben meist so mit unserem Alltag ausgelastet, dass wir an derartige Probleme gar nicht denken.

Und das geht weiter bei Dingen, die einem „auf den Sack“ gehen. Ich kenne Leute, bei denen konnte ich monatelang ins Haus gehen und beobachten, wie monatelang die selbe Glühbirne nicht mehr brennt, weil sich niemand die Mühe gemacht hat, sie mal zu wechseln. Und da denke ich mir halt – wenn es bei sowas schon los geht – wie geht das dann weiter. Lustig ist es dann, demjenigen zuzugucken, wie er sich für den jeweiligen Raum eine Taschenlampe mit nimmt – was macht er, wenn der auch noch die Birne durchbrennt? Kerzen anzünden? Ich denke, wenn jemand keine Glühbirne im Haus hat, hat er erst recht keine für eine Taschenlampe. Das klingt jetzt etwas hart / arrogant von mir, ich weiß, dass es so rüberkommt. Ich beurteile einen Menschen nicht danach, wie schnell er seine Glühbirnen im Haus auswechselt, ich hacke nur in diesem Zusammenhang so hart darauf rum. Habt ihr gleich Ersatztinte / Toner im Haus, wenn ihr morgen eure Projektdokumentation abgeben müsst und dem Drucker plötzlich das Druckmittel ausgeht? Nein? Ausdrucken in der Arbeit? Na wenn der Drucker schnell genug ist, kein Problem – aber könnt ihr euch da sicher sein?

Probleme anpacken

Wenn ihr lernt, Probleme anzupacken, dann werdet ihr mehr vom Leben haben – ist einfach so. Seid vorbereitet, das haben wir ja im letzten Kapitel schon durchgekaut. Zum Anpacken von Problemen gehört aber auch Praxis und Know-How. Das heißt jetzt beispielsweise nicht, dass ihr zum Finanzberater / Versicherungsmakler etc. werden sollt, wenn es um eure Finanzen geht. Aber ihr solltet euch grundlegende Kenntnisse aneignen und selber ein paar Angebote vergleichen. Das verhindert nämlich, dass man euch überteuerte Angebote unterjubelt, euch für dumm verkauft o. Ä. – es bietet auch Chancen, wenn ihr kontern könnt: „Aber bei XY bekomme ich das selbe für weniger“.

Das gleiche auch bei Handwerkern. Wenn ihr ein klein wenig über Autos bescheid wisst, dann könnt ihr Kfz-Rudi mit seinem Meisterbrief und 15 Jahren Werkstatterfahrung zwar fachlich immer noch nicht das Wasser reichen, aber es fällt euch auf, wenn Kfz-Rudi Mist gebaut hat bei eurer Karre – oder wenn er überteuerte Preise verlangt.

Know-How heißt also, mit anderen diskutieren, sich ein wenig einlesen, sich dafür interessieren und sich eine Grundausstattung zulegen. Hierbei muss man natürlich Maß anlegen – ein Werkzeugkasten ist angemessen, eine Rüttlerplatte von der Baustelle übertrieben.

Wie man richtig Hilfe sucht

Und zu guter letzt kann man dann doch nicht alles alleine machen. Man ist auf andere Leute angewiesen. Wichtig ist hier Fingerspitzengefühl, wenn man sich von anderen Leuten Hilfe erbittet. Man sollte zeigen, dass

Man sich selbst Mühe gegeben hat

das kommt bei den meisten Forenthreads nicht rüber, wo über irgendwelche Probleme im Bereich IT (Software, Betriebssystem, Hardware, Multimedia-Gerät etc. spinnt) um Hilfe gesucht wird. Oft kriegt man irgendwelchen grammatikalisch katastrophalen Text hingeblättert, wo irgendjemand sporadisch und unmotiviert ohne Hintergrundinfos sein Problem mehr als dürftig schildert. Das gleiche bei irgendwelchen Hausaufgabenforen – „Ich versteh das nicht“, ohne irgendwie zu schreiben, was man nicht versteht und ohne aufzuzeigen, was man bisher gesucht hat – Hauptsache, jemand anderer macht dann letztendlich die Aufgabe für ihn.

Man dazu bereit ist, etwas zurückzugeben

Das ist besonders wichtig, wenn man sich die Hilfe von Kollegen oder Freunden erbittet. Wenn ihr andere immer nur zu eurem Vorteil ausnutzt und nie etwas zurückgebt, dann werden die euch irgendwann nicht mehr helfen. Ich erkenne solche Leute meistens sogar im vornherein und helfe ihnen dann nicht mal beim ersten mal. Solche Leute wollen immer was von mir und fragen mich immer wieder nach irgendwelchen Dingen, aber ich habe meistens noch keine einzige nette Geste von diesen Leuten erhalten. Dann halte ich mich auch fern davon, diesen Leuten entsprechende Hilfestellungen zu geben.

In diesem Sinne hoffe ich, ich habe euch hier etwas vermitteln können, was euch hilfreich war

Freak Out!

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Über dafrk

IT Consultant in den Bereichen SAP, SAP HANA, Internet of Things, Digital Transformation und IT Security
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