Das Lernen Lernen #2 – Mein Lernsystem #2

Das Lernen Lernen #2 – Mein Lernsystem #2

In der Kategorie “Das Lernen Lernen”  gebe ich Tipps und Infos zu Lernsystemen, die vor Allem Azubis, Studenten oder anderweitig Lernenden dabei helfen sollen, den Lernalltag besser zu bewältigen

Ich muss erstmal warnen: Der Post wird wieder ziemlich lang. Wenn ihr ihn lesen wollt, solltet ihr also Zeit und Interesse mitbringen 🙂

Heute wollen wir da weitermachen, wo wir letztes Mal aufgehört haben: Ich hatte euch im ersten Post erklärt, dass ich für mich selbst ein bestimmtes Lernsystem entwickelt hatte, dass dies einer Meinung nach sehr erfolgreich ist und warum ich auf bestimmte Teilbereiche in diesem System wert gelegt habe. Den Anfang des Artikels werden viele noch als selbstverständlich betrachten. Seid euch sicher, dass meine Tipps irgendwann im Verlaufe dieses Posts konkreter werden, wahrscheinlich kommen gegen Ende dann Lerntipps, die ihr bisher noch nicht selbst angewandt habt und die euch helfen.

Informationen sammeln – das Lernen

Das ist der erste und wichtigste Schritt im gesamten Lernsystem – das Lernen an sich ordentlich zu organisieren. Ich habe letztes Mal herausgearbeitet, dass es für mich wichtig ist, den Lernstoff bis in seine Details hinein theoretisch zu verstehen, um ihn später praktisch sauber anwenden zu können. Dazu habe ich bereits erläutert, dass ich dazu auf mehrere Quellen zurückgreife

Informationsgewinnung – Die Themen

Als erstes sollte man sich darüber informieren, welche Themengebiete eines Faches man im Laufe der Weiterbildung durchnimmt. Hier ein Beispiel in Sachen Mathematik in der Maßnahme „Telekolleg Multimedial“. Aufgrund des Stundenplans, der Online verfügbar ist, sowie durch einen Erfahrungsbericht, den ich mich ergoogelt habe, konnte ich heraus finden dass folgende Themengebiete in Mathematik dran kommen:

  • Grundlagen Arithmetik (Wurzelrechnen, Potenzrechnen usw.)
  • Trigonometrie
  • Algebra
  • Vektorrechnung und analytische Geometrie
  • Analysis
  • Statistik und Stochastik

Was ihr jetzt gerade gewonnen habt, ist das Wissen, wonach ihr suchen müsst. Das ist nicht immer so leicht wie hier. Nehmen wir beispielsweise mal an, ihr wollt anstelle eines Schulfaches irgendeine Sportart lernen. Dort gibt es natürlich auch bestimmte Themenbereiche, die ihr lernen solltet. Die findet man in der Regel, indem man erste Berührungspunkte mit dem Thema findet, sprich, sich langsam mit dem Thema auseinandersetzt, beispielsweise in Foren. Dort kommt man dann durch LEsen auf den Trichter, worüber sich die User im Schwerpunkt immer themenbezogen unterhalten. Bei Sportarten kommt man dann meist auf Themenbereiche wie:

  • Einkauf und Qualitätsmerkmale von Ausrüstung
  • Pflege der Ausrüstung
  • Unterkategorien der Sportart, beim Snowboarden kann man beispielsweise unterteilen in Freestylen, Freeriden und Raceboarden.
  • Events und Reiseziele bezüglich der Sportart
  • Techniken der Sportart
  • Berühmte Sportler und Persönlichkeiten

usw.

Informationen kategorisieren

Wir wissen also nun, wonach wir suchen müssen. Mein nächster Schritt ist, Wissen, Praxis und Inspiration zu sammeln. was ist jetzt Wissen, was Praxis und was Inspiration? Wissen ist die staubtrockene Theorie, die jedoch saumäßig Spaß macht, wenn man sie verstanden hat. Praxis sind für mich im Beispiel eines Schulfaches einfach nur Aufgaben mit Lösungen. Und Inspiration, wie erkläre ich das am besten? Nehmen wir mal das Schulfach Deutsch. In diesem Schulfach werden, wie in allen anderen, Prüfungen geschrieben. Diese Prüfungen bedienen sich meist Texte, die aus bekannten Schriftwerken stammen, also entweder besonders bekannte Dramen / Romane / Kurzgeschichten oder bei Sachtexten bedient man sich meist bestimmter Kolumnen von Tageszeitungen. Sehr oft zu sehen ist beispielsweise „Das Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitungen – die dort geschriebenen Kolumnen werden oft als Sachtexte herangezogen. Inspiration wäre also für mich etwa, desöfteren das Streiflicht der Süddeutschen zu lesen, und dort auf irgendwelche besonderen Merkmale in der Textgestaltung des Autors zu achten. Inspiration kann aber auch beispielsweise sein, darüber bescheid zu wissen, wie der Lehrer später eure Schularbeit bewertet, worauf also geachtet wird, wenn er sich euer Werk ansieht. Ich habe mir beispielsweise vor der Erörterung in Deutsch einen beispielhaften Lehrer-Bewertungsbogen mit Punkteverteilung angesehen. Dadurch habe ich herausgefunden, auf welche Punkte eine Lehrkraft beim Korrigieren einer Erörterung besonders achtet – und daher ein Gespür dafür entwickelt. In anderen Zusammenhängen kann Inspiration aber auch anders aussehen. Nehmen wir beispielsweise Informatik – ihr strebt eine Berufsausbildung oder ein Studium in der Informationstechnik an. Dort wäre für mich Inspiration etwa, aktuelle News oder Zeitschriften durchzulesen. Ich glaube es ist einleuchtend, dass aktuelle Hardwarenews oder irgendwelche kommenden Technologien nicht allzu häufig Prüfungsthema sind und daher nur selten zum Stoff gehören, aber ich denke als Inspiration für das informationstechnische Denken wäre es beispielsweise schon vorteilhaft, über die aktuelle technologische Entwicklung bescheid zu wissen.

Wir fassen also zusammen, wir suchen bei unseren Quellen nach:

  • Theorie
  • Praxis
  • und Inspiration

Informationen sammeln – Die Quellen

Wie sammeln wir jetzt diese Informationen? Wir befassen uns erstmal mit den Quellen. Wir sind immer noch nicht wirklich bei meinem „Lernsystem“ angekommen, aber ich muss erstmal ein wenig Grundlagenwissen aufbringen, damit ich euch wirklich aufzeigen kann, wie ich die Sachen angehe.

Theorie

Theorie gewinnt man zu allererst natürlich aus seinen Schulbüchern. Doch wie ich bereits im ersten Post geschrieben habe, ist die Theorie nicht immer so ganz einleuchtend, so dass man sich zusätzlicher Quellen bedienen sollte. Quellen für Theorie sind beispielsweise

  • Andere Bücher. Hier kann man sich sehr gut an Verkaufszahlen oder dem Ranking in Büchershops orientieren. Gute Werke bekommen in entsprechenden Online-Shops wie Amazon.de oder buecher.de auch meist entsprechende Bewertungen von anderen Käufern. Ein zweites Buch als alternative Quelle kann das theoretische Vorstellungsvermögen sehr fördern. Ich denke, es tut nicht weh, wenn man sich ein teures Exemplar oder zwei billigere Exemplare dazu kauft. Ein teures Exemplar wäre etwa in Sachen Mathematik das Buch „Mathematik“ von Thilo Arens und einigen weiteren Autoren.
  • Websiten. Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich das Internet zu schätzen gelernt habe in letzter Zeit, wenn es um das Lernen geht. Worauf ich besonders abziele, sind zum einen irgendwelche Portale, die sich klassenübergreifend mit dem gesamten Schulstoff auseinandersetzen, und zum anderen die PDFs, die man durch Googeln eines bestimmten Problems immer wieder findet. Diese PDFs stammen dann meist von irgendwelchen Hochschulen und haben daher eine entsprechende Qualität vorzuweisen. Eine gute Website für Physik ist etwa leifiphysik
  • Foren. In Foren gewinnt man sehr schnell theoretischen Weitblick in ein Thema. Zum einen stellen Leute immer wieder Fragen, die man sich selbst auch stellt, und diese werden dann meist äußerst kompetent beantwortet. Zum anderen erstellen die User immer wieder sogenannte „Sammelthreads“, bei denen die Community alles wissenswerte zu einem bestimmten Thema zusammenstellt. So hat man sehr schnell einen großen Erfahrungsschatz und einen weitreichenden Überblick über ein Thema. Ein gutes Beispiel dafür sind etwa die Workshops von MatheBoard.de – teilweise Werke, die sich besser lesen als die meisten Bücher zum Thema. Desweiteren hat man in Foren natürlich die Möglichkeit, über Teilbereiche, die man selbst nicht versteht, selbst Fragen zu stellen.
  • Wikis – Wikis benutze ich immer als Zusatz für Websiten und so weiter. Sobald irgendein Begriff auftaucht, den der Autors eines Textes als bekannt voraussetzt, schlage ich in einer Wiki (jedem fällt hier natürlich Wikipedia ein) nach und lese mir Zusatzinfos zu diesem Begriff durch. Es müssen nicht immer spezielle Online-Enzyklopädien sein, es reicht auch, wenn man nach dem entsprechenden Begriff googelt und sich anstatt des Wikipedia-Eintrags die anderen Seiten mal ein wenig durchliest. Hakt diesen Punkt also viel mehr als „Zusaztrecherche“ ab – einfach zusätzlich zu den theoretischen Erklärungen das Wissen über bestimmte Teilbereiche nochmal weiter vertiefen.
  • Dokus – Es gibt im TV teilweise echt gute Sendungen zu einem bestimmten Problem – man findet sie nur nicht. Der Telekolleg hat beispielsweise meiner Meinung nach recht gute Sendungen über Physik und Chemie im Angebot. Die muss man nicht unbedingt alle im TV ansehen, denn die nächste Quelle erweist sich hier oft als sinnvolle Alternative.
  • Videoportale. Videoportale haben mir beim Lernen überraschenderweise sehr geholfen, besonders in den technischen Naturwissenschaften. Auf Youtube gibt es teilweise wundervolle animierte Veranschaulichungen von komplexen wissenschaftlichen Problemen. Ich habe mir auf Youtube beispielsweise angesehen, wie eine Diode aufgebaut ist, wie ein Transistor oder ein Generator funktioniert – das geht nirgendwo besser als über das Medium „Video“, denn dort sieht man quasi schön animiert, wie etwas in der Wirklichkeit funktioniert. Das Video ist ein Lernmedium, auf das viele Lernende leider nicht so wirklich kommen – ich kenne nur wenige Leute, die behaupten, sich über YouTube theoretisch irgendwo weitergebildet zu haben – obwohl es doch genau da am „einfachsten“ rübergebracht wird – mal ehrlich, wie wollt ihr lieber erklärt bekommen, wie ein Transistor funktioniert? Über eine schöne Animation oder über ein Tafelbild? Ich glaube ersteres ist anschaulicher, oder? In den diversen Videoportalen, wie etwa Youtube, stecken oftmals auch Dokumentationen zu bestimmten Themen, wie etwa diverse Telekolleg-Sendungen. Desweiteren gibt es teilweise ganze Channels, die sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen, z. B. Nachhilfe 2.0 auf Sevenload.
  • Blogs. Blogs sind halt meistens eher Inspiration als Theorie, aber wie ihr am Beispiel meines Blogs sehen könnt, kommt dort auch desöfteren theoretisches Wissen rüber. Es lohnt sich also auch, auf bestimmten Blogportalen wie WordPress etwa nach einem Thema zu suchen.
  • Podcasts. Podcasts sind vor Allem bei Sprachen sehr nützlich. Beim Erlernen einer Sprache geht eigentlich nichts über dieses Medium – egal ob Englisch, Spanisch, Russisch oder Französisch. Ihr bekommt ihr auf die beste Art und Weise Grammatik, Vokabular und Satzbau vermittelt.
  • Dokumente. Oben wurden bereits die „PDFs“ der Hochschulen angesprochen, die mir sehr stark geholfen haben. Es lohnt sich, desöfteren auf den Seiten irgendwelcher Unis vorbei zu schauen, um zu sehen, ob diese nicht irgendwelche PDFs im Angebot haben, meistens findet man sie aber erst, wenn man über Google nach einem bestimmten Problem sucht. Es gibt aber noch andere Quellen für Dokumente, ich habe bereits in meinen „The Cloud“-Posts darauf aufmerksam gemacht: es gibt Services wie Google Docs, Mister Wong oder Tumblr, auf denen User die von ihnen geschriebenen Dokumente online anderen zur Verfügung stellen können – und darunter befinden sich desöfteren irgendwelche interessanten Dokumente, auch über wissenschaftliche Themen – äußerst professionell verfasst und vor allen Dingen kostenlos.
  • der Unterricht. Ihr solltet natürlich auch das weiterverarbeiten, was eure Lehrkraft im Unterricht so von sich gibt. Desweiteren habt ihr natürlich die Möglichkeit, eure Mitschüler zu fragen.
  • Lernpakete. Es gibt auf Amazon und Co. irgendwelche Lernpakete zu kaufen. Die sollen, habe ich mir sagen lassen, meist gar nicht mal so schlecht sein. Sucht einfach mal nach „Lernpaket“ und eben als Zusatz das Fach, in dem ihr Probleme habt. Lernpakete beinhalten meistens sowohl theoretischen Stoff, als auch Aufgaben.

Praxis

Bei der Praxis kann man sich etwa bedienen:

  • Aufgaben in eurem Buch und in anderen Büchern. Ist klar, oder?
  • Aufgaben anderer Institute oder der vorangegangenen Lehrgänge. Mit etwas Suchmaschinenanstrengung findet man oft die Prüfungen, die eure Vorgänger geschrieben haben – und dabei oft nicht nur schriftliche Prüfungen, sondern beispielsweise auch praktische. Bei meiner Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration war es z. B. nötig, ein praktisches Ausbildungsprojekt durchzuführen und dieses schriftlich zu dokumentieren. Über Google habe ich dann gut bewertete Dokumentationen Anderer gefunden. Diese habe ich natürlich nicht kopiert, sondern mir die praktische Umsetzung davon angesehen. Man könnte es fast schon mehr als Inspiration werten anstelle von Praxis, aber ich denke beides überlappt sich in diesem Fall etwas. Im Fall Telekolleg, der ja desöfteren auf einer Berufsschule gelehrt wird, habe ich über Google bspw. die Abschlussprüfungen im Fach Physik vorangegangener Lehrgänge gefunden und mich darüber auf meine eigene Abschlussprüfung vorbereitet. Neben der Möglichkeit des Internets gibt es noch die Option, sich die beliebten STARK-Bücher zu kaufen, in denen offiziell die Abschlussprüfungsaufgaben der letzten JAhre drin stehen – mit Musterlösungen. Bei meiner Ausbildung zum Fachinformatiker wiederum habe ich ebenfalls die letzten Gesellenprüfungen der IHK gefunden, die ich mir ebenfalls zu Gemüte geführt habe. Die Beispiele sind beinahe endlos ausweitbar.
  • Aufgaben auf Websiten. Besonders anschaulich ist dies im Fall von Physik durch LeifiPhysik. Die Seite hat wirklich exzellente Aufgaben in dem Bereich, aber es gibt auch spezielle Seiten dafür, wie etwa physikaufgaben.de – da kann man sich wirklich tot rechnen, wenn man will. Jetzt noch ein anderes Beispiel – auf Englisch bereite ich mich beispielsweise immer, vor jeder Englisch-Prüfung, durch Ego4U vor. Die haben wirklich gute Grammatik-Aufgaben. Ich muss mittlerweile zugeben, dass ich bei den meisten Fächern lieber die Aufgaben aus dem Internet mache. MatheBoard hat auch super Aufgaben zu bieten.
  • Aufgaben in Foren. Da hilft es beispielsweise, sich die Fragen der anderen anzusehen. Auf MatheBoard beispielsweise gibt es immer nach Themengebiete sortierte Unterforen. Wer dort ab und zu in das forum rein schielt und versucht, die Aufgaben zu lösen, bei denen andere verzweifeln, der bereits sich wirklich gut auf eine Prüfung vor.
  • Aufgaben aus dem Unterricht. Meist bekommt man im Unterricht eigens vom Lehrer erstellte Hausaufgaben und, ganz wertvoll, Prüfungen eurer Vorgänger. Die solltet ihr natürlich auch mal ab und an wiederholen.
  • Lernpakete
Zu Inspiration sage ich jetzt nichts, weil das je nach Thema sehr unterschiedlich ist. Ein paar Beispiele, die euch helfen sollten, habe ich ja bereits genannt, und Inspiration überschneidet sich auch häufig mit Praxis.

Neben den hier aufgeführten Quellen gibt es noch weitere, die interessant sein können, wie beispielsweise

  • Mailing Listen
  • Newsletter (eigentlich das selbe wie eine Mailing List)
  • IRC-Channels
  • UseNet-Channels
  • Messen / Events / Treffen zum jeweiligen Thema
  • Zeitschriften
Nun haben wir erörtert, wo wir suchen müssen. Wir nähern uns immer mehr meinem System :-).

Informationen katalogisieren und verarbeiten

Wir haben bisher erarbeitet, wonach wir suchen müssen, und wo wir danach suchen werden. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir mit den gewonnenen Informationen später überhaupt mal umgehen.

Wir haben Informationen zu einem bestimmten Thema aus mehreren Quellen. Das führt uns zu einigen Problemen

  • Wir können nicht alle Informationen in einem Rutsch einarbeiten und brauchen deshalb ein System, nach dem wir vorgehen und müssen uns aus kennen, welche Materialien wir jetzt schon gesichtet haben und was nicht.
  • Wir müssen die Informationen irgendwie zusammenführen, so dass sich ein großes Ganzes ergibt
  • Die Informationen müssen möglichst anschaulich präsentiert werden

Informationen nachvollziehen

Wir haben Material gesammelt, wie – das spielt noch keine Rolle – denn das erkläre ich euch gleich, wenn wir zu meinem Lernsystem kommen. Jedenfalls müssen wir nachvollziehen, welches Material wo hin gehört (was ist Theorie, was ist Praxis, was ist Inspiration) und welches wir bereits gelernt haben, und welches wir noch lernen wollen.

Informationen zusammenführen

Wenn wir nun das von uns einsortierte Material irgendwie lernen wollen, müssen wir jetzt noch entscheiden, wie wir die Informationen zu einem ganzen zusammen bringen. Denn nicht jedes Buch (oder eine beliebige andere Quelle) geht in gleichem Maße auf das selbe Thema ein – das wäre ja auch Schwachsinn, weil wir uns sonst den Aufwand, verschiedene Bücher zu kaufen / zu lesen, sparen könnten. Das bedeutet, wir bekommen von jedem Werk ein bisschen was mit auf unserem langen Weg bis zum kompletten Verständnis. Aus der Praxis kennt ihr aber das Problem: Wie war das nochmal, in der Quelle war das so erklärt, in der anderen anders – wie ist es denn jetzt wirklich? Das bedeutet: Ihr müsst die beiden Quellen irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner bringen, und zwar so, dass ihr es versteht. Das einfachste ist dabei, dass ihr euch eine eigene Unterlage schafft, auf der ihr euch den gelernten Stoff so aufschreibt, wie ihr ihn euch merken könnt. Ihr könnt euch das so vorstellen, als würdet ihr selbst ein kleines Buch schreiben – nur halt für euch selbst als alleinigen Leser.

wie mache ich das? Mein Lernsystem

und jetzt im Folgenden zeige ich euch mein Lernsystem – so, wie ich die erläuterten Probleme angehe und löse. Dies ist nur ein Ansatz für euch, nehmt es als eine Art Inspiration. Es ist sogar gewollt, dass ihr das System wenn überhaupt nur teilweise annehmt, und euch stattdessen selbst euer eigenes System zusammenschustert, welches für euch im Speziellen funktioniert.

Es geht los – Material sammeln und sortieren

Wie bereits erwähnt, informiere ich mich über die Themenbereiche, die es zu lernen gibt. Beispiel Webdesign – dort habe ich damals herausgefunden, dass folgende Themenbereiche für mich wichtig sind:

  • Überblick über den Markt an VServern, Webspace-Anbietern, Root-Server-Vermietung etc.
  • Einschätzung von notwendigen Serverkapazitäten für das Projekt, der Sammelbegriff heißt IT-Architektur.
  • HTML
  • CSS
  • UML
  • PHP
  • Webdesign
  • Bildbearbeitung
  • Linux als Betriebssystem
  • Shell-Programmierung
  • Dienste: FTP, HTTP, SSH
  • Kryptografie
  • Relationale Datenbanken / Entity Relationship Model
  • MySQL, PostgreSQL, NoSQL
  • Flash
  • XML
  • CMS: Joomla, Typo 3, WordPress
  • Social Media / Web 2.0
  • Affiliate Marketing
  • Barrierefreiheit
  • Suchmaschinenoptimierung
  • … etwas längere Liste

Wie komme ich auf sowas? Durch Foren und die Anstrengung in Suchmaschinen. Bei einer Schule kann man sich den Lehrplan ergoogeln usw.

Nun beginne ich mit dem sammeln. Das erste, was ich mache, ist Websiten, Tutorials und Foren sammeln. Dazu google ich nach den vorher bestimmten Themenbereichen und suche nach Kernbegriffen wie

  • Stoff
  • Theorie
  • Tutorial
  • Guide
  • Anleitung
  • Erklärung
  • Erläuterung
  • How-To

das ganze lässt sich dann auch noch auf andere Sprachräume ausweiten. Die Fundergebnisse sammle ich dann, beispielsweise auf

  • ReadItLater. Read It Later eignet sich, wenn ich gerade dabei bin, mir den Stoff einer Website reinzuziehen, und dann irgendwann aufhöre (z. B. weil ich was anderes tun möchte). Dann speichere ich mir den nächsten Artikel, den ich gerne lesen würde, ins Read It Later und weiß dann, wo ich beim letzten mal aufgehört habe.
  • auf einer Evernote-Liste. Dort save ich mir grundsätzlich erstmal nur die URLs aller Websiten und Foren, die ich zum entsprechenden Thema gefunden habe.
  • auf einem Flip Chart in meinem Zimmer. Das wäre eine Alternative für jene, die nicht so technikbegeistert sind wie ich.

als nächstes suche ich noch nach Blogs und Podcasts. Für beide Themenbereiche gibt es entsprechende Portale.

Blogs

  • WordPress.com
  • Tumblr.com
  • Blogger.com
  • Blogger.de
  • und viele weitere, siehe meine Posts in der Kategorie „The Cloud“

Podcasts

Wie bereits angedeutet, sind Podcasts beispielsweise besonders dann nützlich, wenn man irgendeine Sprache lernen will. Die entsprechenden Podcasts abonniere ich (beispielsweise über RSS Feed) und ich lade mir die derzeit verfügbaren Folgen auf meine Festplatte, wo ich einen extra Ordner dafür angelegt habe, nach Themen sortiert (beispielhafte Ordnerstruktur: Podcasts->NAturwissenschaft->Physik->Elektronik->Elektrodynamik oder Podcasts->Technik->Informatik->Webdesign->CMS->Joomla). Blogs abonniere ich einfach und schau immer rein, wenn ein neuer Post kommt.

Als nächstes suche ich per Google und Co. nach Maillists (also E-Mail-Newsletter) und Google mir

  • die Namen von Zeitschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen. Je nachdem, ob sie gut sind oder nicht, kaufe ich sie dann regelmäßig
  • Namen und Daten von Messen und Events – je nach Interesse gehe ich dann vielleicht mal hin.
  • sowie die Namen von Dokus und Videoreihen, die sich mit dem Thema befassen. Beispiel Physik wären hier etwa die Telekolleg-Sendungen sowie die Serie „Alpha Centauri“. Diese suche ich dann später in den Videoportalen. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, auch nach „Screencasts“ zu suchen und nach Video-Tutorials. Es gibt diverse Video-Tutorial-Reihen, besonders im Informatikbereich. Hier seien etwa zu nennen die Reihen „Hands On …“, „Video2Brain“ und „Galileo Computing“.

Jetzt mache ich mich über die Videoportale her. dazu gehören auch Screencasting-Portale, die speziell für Videotutorials sind. Ich bediene mich hier beispielsweise

Dort suche ich nach den Themengebieten, die ich lernen will. Man trifft dort meistens auf channels, die mehrere Videos zum jeweiligen Thema anbieten. Diese Channels übertrage ich entweder mit in meine Evernote-Liste oder ich abonniere sie einfach büer das Videoportal selber. Wenn ich später dann mal Videos aus einem Channel ansehe und irgendwo stehen bleibe im channel, markiere ich mir wieder über ReadItLater, bei welchem Video in welchem Channel ich stehen geblieben bin. Bei den Videoportalen suche ich gleichzeitig nach den Dokumenationen / Serien, die ich mir einen Schritt zuvor ergoogelt habe, also suche ich auf Youtube beispielsweise nach den Telekolleg Sendungen oder nach Alpha-Centauri-Folgen.

Im UseNet abonniere ich die entsprechenden Gruppen über Mozilla Thunderbird, aber meine Erfahrungen haben gezeigt, dass ich aus dem UseNet kaum etwas sinnvolles heraus bekomme.

Dann gibt es noch Tutorial-Portale wie etwa tutorial.de – da schaue ich einfach sporadisch ab und zu mal rein.

Jetzt ist euch vielleicht aufgefallen, dass es noch weitere Quellen gibt, wie etwa

  • Wikis
  • Dokumente (Mister Wong, Google Docs etc.)

Diese Quellen strenge ich „on the fly“ an, also wenn ich gerade mit den anderen Quellen beschäftigt bin. Wenn ich beispielsweise beim Stöbern auf einer website auf irgendeinen Begriff stoße, dann versuche ich, in einer Wiki darüber nachzulesen. Es muss nicht immer Wikipedia sein, andere Enzyklopädien, die ich empfehle, sind etwa

Und alternativ suche ich dann auf Google Docs und Mister Wong nach entsprechenden Dokumenten. Gleichzeitig strenge ich Suchmaschinen an in der Hoffnung, auf irgendwelche Hochschul-PDFs zu stoßen. Ab und zu findet man sogar freie Ebooks.

Jetzt suche ich noch alte Prüfungen und Aufgaben per Suchmaschine, und irgendwelche Bewertungsbögen, nach denen die Lehrkräfte sich bei der Bewertung orientieren.

Das ganze sortiere ich dann in eine übersichtliche Ordnerstruktur.

  • Aufgaben -> Hier kommen Aufgaben rein, nach Kategorien sortiert. Sowohl Prüfungen, wie auch einzelaufgaben
  • Websites -> Manche Websites „nehme ich mir mit“, um sie offline ansehen zu können, weil ich bspw. weiß, dass ich an einem bestimmten Ort nicht online gehen kann. Dazu bediene ich mich dem Tool HTTRack
  • Podcasts -> Hier kommen die Podcast-Folgen rein
  • Tutorials -> Hier kommen hauptsächlich Video-Tutorials rein (ehow.com – Youtube.com), also auch Serien und Dokus wie Alpha Centauri oder die Telekolleg-Folgen.
  • Ebooks -> Hier kommen EBooks inklusive der PDFs und Dokumente rein, die ich online finde.
zum komfortablen Downloaden dieser Materialien in meine Ordner benutze ich Download Manager, wie etwa
  • Free Download Manager
  • JDownloader
  • FlashGot
  • Free Youtube Downloader
so verschwende ich keine Zeit, indem ich beim Downloaden rumwursteln muss – ich muss nur kurz Copy-Paste machen und der Download-Manager erledigt alles andere für mich.
Einige der Materialien sortiere ich über Web 2.0-Dienste online
  • ReadItLater – damit ich mir merken kann, wo ich stehen geblieben bin
  • ZooTool und Delicious.com – hier speichere ich Links rein in der Reihenfolge, in der ich sie besucht habe. So kann ich nachträglich nachvollziehen, in welcher Reihenfolge ich bestimmte Themengebiete online gelernt habe. Hier verlinke ich alles – websiten, Blogposts, Wiki-Einträge usw. – und zwar in der Reihenfolge, in der ich sie wirklich gelesen habe.
  • RSS-Feeds – damit abonniere ich Blogs, Podcasts usw.

Manche von euch werden sich jetzt vielleicht denken: Oh mein Gott, der muss aber viel Zeit haben – so viel Zeit wie der alleine Material sammelt brauche ich zum Lernen. Ich deute hier an, dass ich für derartige Materialsammlungen als Zeitansatz etwa 3 Stunden habe. Ich denke 3 Stunden kann man dafür schon mal opfern, oder? Und der Rest wie etwa das Arbeiten auf Delicious.com und Zootool braucht nicht viel Zeit, weil das nebenbei passiert. Wie ich auf diesen geringen Zeitaufwand komme, das erfahrt in den Posts der Kategorie „Zeitmanagement“ – einfach dort am Ball bleiben, und ihr werdet künftig auch lernen, relativ schnell zu arbeiten.

Was jetzt jedenfalls ersichtlich ist: Ich sammle sehr strukturiert und systematisch Material – damit hätten wir diesen Teilaspekt abgehakt. Ihr habt gemerkt, dass ich persönlich mich dabei sehr umfangreich irgendwelcher Technik bediene – wie etwa spezielle Software oder Web 2.0-Dienste. Wer davon nicht so der Fan ist, dem sei dies nicht verübelt – wie gesagt – ihr sollt ein System austüfteln, das für euch funktioniert.

Es geht weiter  – Das theoretische Lernen

Jetzt kommen wir zum effektiven Lernen. Wir haben also Quellen und Material, und das ganze ziemlich übersichtlich. Als erstes lerne ich immer die Materialien, die ich von der Schule aus kriege. Relativ schnell bediene ich mich dann parallel weiterer Quellen, wie etwa Foren, Podcasts, Website usw. Als erstes müssen wir also Informationen auf einen Nenner bringen.

Ich schreibe dazu ein sogenanntes Sammeldokument. Über ein Office-Programm wie etwa Microsoft Office Word. Hier schreibe ich mir das Wissen, welches ich mir parallel durch das Lernen aneigne, in eine einzige Quelle zusammen. Dabei schreibe ich das Alles in einer Sprache, die ich selbst relativ leicht verstehe, man könnte sagen, fast schon Kindersprache – also kaum umständliches Vokabulär, ich achte auch nicht auf korrekten Satzbau o. Ä. (was ich hier ja größtenteils auch nicht mache :D).

Und noch etwas zeichnet dieses Sammeldokument aus: Ich klaue, was das Zeug hält. Wenn ich in einem Buch irgendein Bild sehe, welches meine Vorstellung von einem komplexen Zusammenhang erleichtert, dann scanne ich es ein und füge es in das Dokument. Wenn ich in einem Video irgendeinen Ausschnitt sehe, den ich gerne als Bild abgelichtet hätte, dann capture ich das Standbild mit ScreenPresso und füge es dort ein. Irgendwelche Textpassagen aus Wikis oder Ähnlichem? KOpiere ich teilweise 1:1 – warum mache ich das? Ganz einfach: weil ich’s kann. Das ist mein selbstgebasteltes Lernbuch, das nur für mich bestimmt ist und das ich an niemanden sonst weitergebe. Ergänzen tue ich das Material dann noch mit meinen eigenen Gedanken – beispielsweise erstelle ich Zeichnungen, wie etwa Schaltpläne oder MindMaps. Dazu benutze ich Tools wie SmartDraw oder Dia. Die Zeichnungen füge ich dann in mein Dokument, beispielsweise habe ich mir selbst dabei geholfen, Elektrotechnik zu verstehen, indem ich mir theoretisches Wissen anhand konkreter elektrischer Schaltpläne veranschaulicht habe.

Mathematische Formeln kann man entweder über die Office-Software direkt einfügen (OpenOffice.org oder Google Docs als Web 2.0 alternative), oder man kann sich einer LaTEX-Lösung wie etwa Lyx behelfen.

Wie bereits erwähnt, kommt in das Dokument alles, was ich für wissenswert erachte. Wenn ich in einem Forum, wie etwa in MatheBoard, eine Frage stelle, und jemand postet eine gute Lösung, dann kopiere ich diese Lösung da rein, damit ich mich an die Lösung erinnere, wenn ich mal wieder nachsehen muss. Ich habe mir, ebenfalls schonmal erwähnt, auf Youtube komplexe Animationen angesehen. Diese Animationen habe ich entweder im Dokument verlinkt oder ich habe von einzelnen Standbildern Screenshots gemacht, diese in das Dokument eingefügt und dann durch Text beschrieben. Aufgaben, die ich irgendwo her habe, mit Lösung, kopiere ich in das Dokument ebenso wie irgendwelche Merksätze. Ich notiere mir die Sachen in dem Dokument so, als würde ich kurz vor einer Prüfung das gesamte Wissen noch einmal im Kopf durchgehen – und es funktioniert hervorragend.

Zusätzlich halte ich mir die Möglichkeit offen, anstatt meines Dokumentes die Original-Quellen in der selben Reihenfolge noch einmal durchzulesen, wie ich es beim Verfassen des Sammeldokuments gemacht habe – einfach dadurch, indem ich die Reihenfolge in Web 2.0 Bookmarking-Diensten wie Delicious oder Zootool festhalte.

Beim Lernen von Theorie kommt man oft in die Verlegenheit, dass sich Fragen entwickeln, denen man nicht sofort durch Eigenrecherche nachgehen kann. Für diesen Fall notiere ich mir Fragen auf Evernote. Ich stelle sie dann entweder im Unterricht oder in irgendwelchen Foren mit der Hoffnung auf eine befriedigende Erklärung – und das funktioniert dann auch meistens. Was machen wir mit der Antwort? Wir notieren sie natürlich in unser Sammeldokument. Wenn mir Fragen während des Bücherstöberns einfallen, und ich gerade nicht online gehen kann, dann notiere ich sie mir, wie jeder andere auch, auf einem Blatt Papier. Wichtig ist halt, dass man Fragen nicht untergehen lässt, sondern ihnen wirklich nachgeht – und vor allen Dingen auch stellt.

Desöfteren kommt es bei mir auch vor, dass ich Theorie lerne, ohne die Möglichkeit zu haben, diese Theorie gleich in mein Sammeldokument verarbeiten zu können. Ich notiere sie mir dann, das sieht dann aus, als würde ich ein von mir selbst erarbeitetes Tafelwerk abschreiben. Für aufgeschriebene Fragen und aufgeschriebene Theorie habe ich einen extra Ordner, den ich mir beim Lernen daneben lege. Später kann ich dann alles digitalisieren. Bilder, die ich noch einscannen und somit mit einarbeiten will, schreibe ich mir über die Seitenzahl dort ebenfalls auf.

Das praktische Lernen

Die Kernaussage ist glaube ich ziemlich einfach zu verstehen: Üben, üben, üben. Oft erzielt man aber bessere Ergebnisse, wenn man das ganze noch etwas ausweitet. In Physik und Mathematik arbeitet man beispielsweise oft mit Formelsammlungen. Man sollte es mit in seine Praxis hinein bringen, dass man sich erst mal effektiv mit diesen Formelsammlungen auseinandersetzt und sie beherrschen lernt. Bei diesem Beispiel will ich gerne bleiben, aber hier sei angemerkt, dass man die formelsammlung allgemein mit seiner Ausrüstung gleich setzen kann, sprich mit Taschenrechnern, irgendwelchen sportgeräten, irgendwelchen elektronischen oder mechanischen Geräten (keine Ahnung -> Wagenheber, Smartphone etc.) oder allgemein mit Allem, womit man später arbeiten muss. Jemand, der von sich behaupten kann, seine Formelsammlung zu beherrschen, der weiß beispielsweise auswendig bestimmte Schlüsselkapitel der Formelsammlung. Bei Physik wusste ich beispielsweise auswendig, wo die Daten der Planeten des Sonnensystems lagen, oder wo physikalische Konstanten standen, wie etwa die elektrische Feldkonstante. In Mathematik wusste ich, wo die trigonometrischen Additionstheoreme standen usw.

Die Kernaussage ist also: Beschäftige dich nicht nur mit dem Thema an sich, sondern auch mit der Ausrüstung, die du dafür brauchst.

Desweiteren sollte man immer auf der suche nach neuen Möglichkeiten sein, ein bestimmtes Problem zu lösen. so gibt es beispielsweise oft einfachere Lösungen als die, die einem bisher im Unterricht beigebracht wurden – die man aber anwenden darf und auch sollte, wenn man sie kennt. Aus der Mathematik kennt man das Beispiel, dass man anderen Leuten, wenn sie an der Tafel stehen, dabei zugucken muss, wie sie eine Aufgabe auf umständlichste Art und Weise zu lösen versuchen. „Da kann man doch kürzen“, „warum wendest du nicht diese und jene Regel an?“, sind dann die Zwischenrufe. Die Antwort ist dann „weil ich nicht da war, als es drangenommen wurde“ oder „weil das nicht im Buch steht“. Was ich damit jetzt sagen will, ist: wenn man anderen beim Arbeiten zusieht, dann kann man sich von ihnen Tricks abgucken. Mittel zum Zweck ist hier im Beispiel MAthematik, auf Matheboard zu gucken, wie andere bestimmte Aufgaben lösen.

Zocker kennen diesen Effekt von den sogenannten Replays oder Demos: Man guckt anderen beim Spielen zu und lernt dadurch neue Kniffe und Tricks, die man in Zukunft selber anwendet. Sportler machen das auch – man sagt dazu auch, sie gucken sich die Technik des anderen ab.

Fazit

Viele von euch werden feststellen, dass die Art und Weise, wie ich bestimmte Dinge anpacke, für euch nicht praktikabel ist. Es wird euch entweder

  • zu viel Zeit in Anspruch nehmen bzw.
  • als zeitlich ineffektiv erscheinen
  • oder es wird euch z. B. zu kompliziert sein

und das ist in Ordnung. Alles, was ich hier erreichen wollte, ist, vielleicht einen kleinen Ansatz bei euch hervorzurufen, etwas systematischer beim Lernen vorzugehen und euer bisheriges System zu überdenken. Denn ein System, welches für euch funktioniert, bewahrt euch beispielsweise vor Bulemie-Lernen – wo ihr Wissen einfach nur auskotzt und es nicht wirklich behalten könnt.

Nehmt diesen Post also nicht zu ernst und seht ihn nicht als Musterlösung an, sondern macht es euch einfach mal einen Tag lang bequem und fangt für euch selber an.

Ich hoffe vor allen Dingen, dass ihr mit diesem Post das Internet mehr als mögliches Lernmedium entdeckt habt, und euch nicht mehr nur auf den Unterricht und eure Lehrmaterialien in Papierform versteift. das Internet bietet euch oft viel mehr Möglichkeiten. Nutzt sie!

So long

Freak Out!

Über dafrk

IT Consultant in den Bereichen SAP, SAP HANA, Internet of Things, Digital Transformation und IT Security
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3 Antworten zu Das Lernen Lernen #2 – Mein Lernsystem #2

  1. Gottfried schreibt:

    Hoffentlich stört es nicht, einen ergänzenden Kommentar zu verfassen, in diesem Fall zum Thema Sprachen lernen. Nach meiner Erfahrung wird es leichter, wenn man Fremdsprachen kann, neue hinzuzulernen. Aber das wichtigste ist immer, fremde Sprachen so oft wie möglich im Gespräch mit jeweiligen Muttersprachlern anzuwenden, auf die Gefahr hin, Fehler zu machen. Im Gegenteil lernt man dann mehr als nur durch Vokabeln. Podcasts? Bei http://www.book2.de/ kann man kostenlose Sprachkurse in vielen Sprachen herunterladen. Und bei http://librivox.org/ gibt es tausende Texte von ‚Klassikern‘, viele in Englisch, aber auch in Spanisch, in Deutsch usw. Das alles gibt es als MP3 umsonst zum Herunterladen, denn es ist von ‚volunteers‘ gelesen, ohne Werbung. Es gibt auch ‚Klassiker‘ wie Goethe in deutscher Sprache. Mir gefallen die englischen Texte, Darwin, Dickens oder Caroll mit ‚Alice‘ wegen dem doppelten Effekt von Sprache und Text.

  2. Pingback: Medienspiegel #1 | dafrk

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