Oldschool #1 – Lylat Wars

In der Kategorie Oldschool berichte ich über legendäre Klassiker der Videospielgeschichte. Als Klassiker definiere ich dabei nicht nur Titel aus den Achzigern auf den richtig alten Systemen, sondern auch bereits Games, die schon etwa 5 Jahre auf dem Buckel haben, was meiner Meinung nach bei der derzeitigen Entwicklung des Marktes durchaus gerechtfertigt ist. Ich durchleuchte dabei interessante Fakten, die Geschichte, die der Titel uns erzählt, seine Entstehung und die Mysterien dahinter.
 
Nintendo 64, ein wohlbekanntes System, Wirt für viele gute Games der alten Schule, man denke nur mal an Super Mario 64, Super Smash Bros., Mario Kart 64, Diddy Kong Racing und nicht zu vergessen die Zelda Games. Ein Titel, den ich damals intensiv gezockt und der mir daher sehr ans Herz gewachsen ist, ist das Rail Shoot Em Up Starfox64, in Deutschland aus urheberrechtlichen Gründen als „Lylat Wars“ bekannt.

 

Um ein bisschen Nerdwissen zu streuen, ist es allerdings notwendig, etwas von der Story zu spoilern. Wenn ihr das nicht wollt, empfehle ich euch, das Spiel selbst durchzuspielen oder, falls ihr nicht selber spielen, aber das Spiel in Form eines LetsPlays erleben wollt, erst weiterzulesen, wenn ihr das Ende des Spiels auf der „schweren“ Route bereits einmal gesehen habt. Für alle, die ein Spiel lieber „sehen“, anstatt es selber zu zocken, für die empfehle ich die „Lets Play Lylat Wars“ Serie von WiiHawkLP, dessen Channel ich euch bereits in einem vorangegangenen Post einmal empfohlen habe.

Wenn ihr auch die Vorgänger aus der Star Wing Reihe auf dem SNES gespielt oder euch ein Lets Play dazu angeguckt habt, dann wisst ihr, dass Fox‘ Vater vor ihm bereits einmal das Star Fox Team geleitet hat. Damals haben Peppy und Pigma zusammen im Star Fox Team gekämpft. Die Geschichte sagt, dass Pigma das Star Fox Team verraten hat und zum Star Wolf Team gewechselt ist – das sieht man dann auch in Lylat Wars, wo Pigma Peppy begrüßt mit „Peppy, long time no see“. In Star Wing wird irgendwo mal von General Pepper erwähnt, dass Fox‘ Vater in irgendeinem Asteroidenfeld verloren gegangen ist.

Mit dem Wissen über die schwere Route in Lylat Wars wisst ihr spätestens, dass Fox‘ Vater am Ende nach Andross‘ Tod auftaucht, scheinbar jedoch nur als Illusion von Fox‘ Verstand, da er nach Verlassen des Tunnels sich in Luft auflöst.

 

Anhand eines LetsPlays von NintendoCapriSun möchte ich euch mal auf ein kleines Gimmick bei den Credits des Games aufmerksam machen.

 

Dort seht ihr bei 08:32 am oberen Rand des rechten oberen Flügels der Great Fox einen Stern aufblitzen, der sich plötzlich in rasend schneller Geschwindigkeit entlang des Flügels von rechts nach links bewegt. Gerüchte besagen, dass die Entwickler dies eingebaut hätten, um sich die Möglichkeit offen zu halten, Fox‘ Vater in künftigen Star Fox Spielen „wieder zum Leben“ zu erwecken, mit der Begründung, dass dieser Lichtfunke tatsächlich James McCloud ist, der gerade ebenfalls den Planeten Venom verlässt.

 

Ein nettes Detail, wie ich finde. Im letzten Kapitel von „Lets Play Lylat Wars Again“ von WiiHawkLP geht der Gastkommentator von WiiHawk ebenfalls leicht auf dieses Phänomen ein. Demnach gibt es weitere Hinweise darauf, dass Fox‘ Vater am Leben sein könnte.

 

Mit diesem Post möchte ich euch ebenfalls noch auf den für damalige Verhältnisse meiner Meinung nach sehr gelungenen Soundtrack von Lylat Wars hinweisen

 

des Weiteren sind die „Bloopers“, also sozusagen einige immer wieder gern zitierte Phrasen aus der Sprachausgabe der Spielfiguren, in der REtro-Gamer-Szene legendär und werden immer wieder zitiert. Der LetsPlayer NintendoCapriSun verwendet beispielsweise immer wieder Phrasen aus Lylat Wars in sämtlichen seiner LetsPlays. Das hat bestimmt auch damit zu tun, dass die Sprachausgabe von Lylat Wars sehr gelungen und atmosphärisch ist, und die Sprachausgabe nicht einfach so dahingeklatscht ist, sondern wirklich jede Spielfigur ihren eigenen Charakter hat. Während sowohl Stimme wie auch Charakter von Slippy eher ängstlich rüberkommt, so ist Stimme wie auch Verhalten von Falco bewusst arrogant, abweisend, kühl und aggressiv. Hinzu kommt halt, dass die englischen Synchronsprecher wirklich exzellent sind. Wenn man dann noch bedenkt, dass damals kaum Spiele auf den Markt waren, die eine Sprachausgabe dieser Qualität zu bieten hatten, ist sehr schnell verständlich, dass die Sprachausgabe von Lylat Wars zu einer derartigen Berühmtheit aufgestiegen ist. Das Zitieren und Kennen der Dialoge aus Lylat Wars zeugt oft sehr zuverlässig davon, dass man zockertechnisch „zur alten Schule“ gehört, weil die Zitate jüngeren Gamern, die mit der aktuellen Konsolengeneration (Wii, PS3, Xbox360) aufgewachsen, in der Regel nicht bekannt sind.

 

 

Berühmt sind beispielsweise:

– der Dialog zwischen Star Fox und dem Star Wolf Team zu Beginn der Mission auf Fortuna

 

Dieser Dialog wird oft dadurch ins Lächerliche gezogen, dass man aktuelle, miteinander konkurrierende Software- und Hardwareprodukte gegen die Figuren, die an diesem Dialog teilnehmen, einsetzt.

 

Absolut legendär ist Peppys „Do a barrel roll“, wobei die Barrell Roll sozuagen eine Verteidigungstechnik des Spielers gegen Laserstrahlen darstellt.

Diese Phrase hat es sogar in die Suchmaschine Google als Gimmick geschafft. Gebt mal „Do a barrel roll“ in die Google-Suchleiste ein und schaut, was passiert.

 

Ebenfalls bekannt ist der Funkspruch von Caiman, aber seht selbst 00:58 bis 01:20

 

Die Bloopers werden auch häufig für Flash-Videos missbraucht:

Nun muss ich eine etwas traurige Tatsache ansprechen, und zwar, dass es bis heute nicht gelungen ist, einen würdigen Nachfolger zu diesem großartigen Spiel zu kreieren. Für den GCN gab es das Game „Star Fox Adventures“, ein Adventure-Game von Rare, dass sehr gelungen ist, aber eben kein Nachfolger von Lylat Wars im Sinne eines neuen Rail Shooters. Es gibt Rail Shooter Nachfolger, aber diese bringen oftmals nicht das Flair des alten Spiels mit – die Sprachausgabe ist meist grottig, die Charaktere kommen nicht mehr so rüber wie früjher, die Levels sind langweiliger und langsamer geworden, das bedeutet, man hat den Speed aus dem Lylat Wars Feeling rausgenommen, es sind weniger Gegner auf dem Bildschirm oder man hat nicht mehr diesen „Befriedigungseffekt“ (Achtung Killerspiel-Argument), wenn man sich durch das Level ballert. Es gibt eine Neuauflage von Lylat Wars auf dem Nintendo 3Ds, aber auf einem Handheld kommt halt erstens das Feeling nicht so gut rüber wie mit einem Gamepad und in dieser Neuauflage kommt es nicht nur mir so vor, als wäre diese mit Absicht verlangsamt worden, um die Level für den Handheld einfacher zu machen, das bedeutet, auch hier wurde der Speed und somit die Action aus dem Spiel genommen.

Ich persönlich finde diese Tatsache schade und frage mich, wie man so etwas geiles wie Lylat Wars dermaßen verschandelnd und missbrauchen kann. Schließlich reden wir hier von einem sehr beliebten Titel auf dem N64, keiner kann mir erzählen, dass sich das Spielkonzept hätte ändern müssen, es war perfekt genau so wie es war, warum muss man aus einem Rail Shooter mehr und mehr ein Adventure machen? Was ich will, ist ein würdiger Nachfolger, mit Speed und Action in den Levels, vielleicht mit dem ein oder anderen neuen Fahrzeug, aber größtenteils mit den alten Charakteren und in guter Sprachausgabe, die auch den individuellen Charakter der einzelnen Figuren wieder so rüberbringt wie damals (ich denke es wird schwierig sein, sämtliche der exzellenten Synchronsprecher aus Lylat Wars für ein neues Projekt zu bekommen).

 

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Über dafrk

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